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Mödlinger Betriebe bringen Sorgen und Forderungen zum Parken ein

Wirtschaftsbund Mödling startet Unternehmer:innen-Dialog zum Thema Parken

Mehr als 20 Unternehmerinnen und Unternehmer diskutierten auf Einladung des Wirtschaftsbundes Mödling und der Bürgerinitiative „Parken in Mödling“ über die Auswirkungen der aktuellen Parkraumpolitik. Die Ergebnisse werden nun in einem Forderungskatalog zusammengefasst und der Stadtregierung übergeben.

Unternehmer:innen im Dialog: Zuhören statt Podiumsdiskussion

Am Dienstag, den 29. September, lud der Wirtschaftsbund Mödling gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Parken in Mödling“ zur Veranstaltung „Unternehmer:innen im Dialog“ in die Kanzlei Mag. Schriefel in Mödling. Mehr als 20 Mödlinger Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung. Mit dabei waren neben dem Obmann der Stadtgruppe Mödling,  Matthias Pfeiler und der Sprecherin der Initiative, Nina Strass-Wasserlof, auch Wirtschaftsbund-Bezirksgruppenobmann Erich Moser sowie der Obmann der Mödlinger Volkspartei, Gert Zaunbauer.

Über 20 Mödlinger Betriebe diskutierten mit dem Wirtschaftsbund und der Initiative „Parken in Mödling“ über Parkraumpolitik. Die Forderungen im Überblick.

Copyright: WBNÖ

Nach einer kurzen Vorstellung der Bürgerinitiative und einem Überblick über den aktuellen Stand stand bewusst nicht eine politische Podiumsdiskussion, sondern das Zuhören im Mittelpunkt. Unter der Moderation der Trainerin Viktoria Feichtinger arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher gemeinsam heraus, wo sie derzeit Probleme sehen, welche Auswirkungen sie auf ihre Betriebe wahrnehmen und welche konkreten Lösungen sie sich für Mödling wünschen.

Erreichbarkeit und Parkplätze als zentraler Standortfaktor

Im Zentrum der Diskussion standen insbesondere die Erreichbarkeit der Betriebe für Kunden und Mitarbeiter, der Verlust beziehungsweise die Verknappung von Parkmöglichkeiten, fehlende Alternativen und die Sorge vor einer Verlagerung des Parkdrucks in angrenzende Wohngebiete. Gerade für den stationären Handel, die Gastronomie und andere frequenzabhängige Betriebe wurde die gute Erreichbarkeit als wesentlicher Standortfaktor genannt. Außerdem berichteten mehrere Unternehmer, dass ein beträchtlicher Teil ihrer Kundschaft mit dem Auto nach Mödling kommt.

Blaue Zone in Mödling: Wirtschaft sieht kein generelles Parkplatzproblem

Die Stadtgemeinde begründet die Ausweitung der blauen Kurzparkzone mit einem gestiegenen Parkdruck im Zentrum. Die Rückmeldungen der Mödlinger Wirtschaft zeichnen jedoch ein anderes Bild: Ein generelles Parkplatzproblem wird von den teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmern nicht gesehen. Zudem zeigen die Pendlerbewegungen, dass Mödling täglich sowohl starkes Ein- als auch Auspendeln verzeichnet. Aus Sicht von Wirtschaftsbund und Initiative besteht daher kein Anlass, funktionierenden Parkraum zusätzlich zu verknappen oder stärker zu reglementieren.

Stimmen zur Parkraumpolitik in Mödling

Matthias Pfeiler, Obmann der Wirtschaftsbund Stadtgruppe Mödling:
„Für uns war an diesem Abend vor allem eines wichtig: zuhören. Wir sehen deutlich, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer mit der aktuellen Situation und mit dem Umgang mit ihren Anliegen nicht zufrieden sind. Unsere Betriebe haben bereits mit genug Herausforderungen zu kämpfen: vom Onlinehandel über hohe Kosten bis zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation. Zusätzliche Hürden bei der Erreichbarkeit und eine weitere Verknappung von Parkmöglichkeiten helfen ihnen nicht. Die klare Rückmeldung des Abends war: Veränderungen beim Parken dürfen nicht über die Köpfe der lokalen Wirtschaft hinweg erfolgen. Ihre Erfahrungen und ihre Bedürfnisse müssen ein wesentlicher Teil jeder Lösung sein.“

Gert Zaunbauer, Obmann der Mödlinger Volkspartei:
Auch Zaunbauer sieht die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes mit Sorge: „Mödling war über viele Jahre für seine lebendige Innenstadt und seinen niedrigen Geschäftsleerstand bekannt. Heute zählen wir bereits mehr als 18 leerstehende Geschäftslokale und müssen sehr genau darauf achten, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt. Für Handel, Gastronomie und Dienstleister ist Frequenz entscheidend und dazu gehört auch die Erreichbarkeit. Eine Parkraumpolitik muss deshalb immer gemeinsam mit der Wirtschaft gedacht werden und darf den Standort nicht zusätzlich unter Druck setzen.“

Nina Strass-Wasserlof, Sprecherin der Bürgerinitiative „Parken in Mödling“:
Für Strass-Wasserlof bestätigt die Veranstaltung die bisherigen Erfahrungen aus zahlreichen Gesprächen mit den Betrieben: „Hinter unserer Initiative steckt sehr viel persönliches Engagement. Wir sind tatsächlich von Tür zu Tür und von Betrieb zu Betrieb gegangen, haben mit den Unternehmerinnen und Unternehmern gesprochen und ihre Sorgen und Erfahrungen aufgenommen. Viele namhafte Mödlinger Betriebe haben unsere Initiative unterstützt. Diese Stimmen müssen gehört werden. Mit dem Wirtschaftsbund haben wir einen Partner gefunden, der uns dabei unterstützt, den Anliegen der Betriebe Gehör zu verschaffen und sie in die politische Diskussion einzubringen.“

Lösungsansätze und nächste Schritte: Forderungskatalog für die Stadtregierung

Neben der Problemanalyse wurden im Laufe des Abends auch konkrete Lösungsansätze gesammelt. Diskutiert wurden unter anderem eine bessere und transparentere Kommunikation, eine stärkere Einbindung der lokalen Wirtschaft in künftige Entscheidungen, praktikable Parkmöglichkeiten für Kunden und Mitarbeiter sowie Maßnahmen, die Erreichbarkeit und Kundenfrequenz im Mödlinger Zentrum sicherstellen.

Die Ergebnisse des Abends werden nun gemeinsam mit den Rückmeldungen aus den bisherigen Gesprächen mit Mödlinger Betrieben zu einem konkreten Forderungskatalog zusammengeführt. Dieser soll in einem nächsten Schritt der Mödlinger Stadtregierung übergeben werden.

Matthias Pfeiler abschließend: „Der gestrige Abend war für uns kein Schlusspunkt, sondern der nächste Schritt. Wir werden die Forderungen jetzt bündeln und an die Verantwortlichen der Stadt herantragen. Entscheidend ist, dass über die Wirtschaft nicht nur gesprochen wird, sondern dass die Unternehmerinnen und Unternehmer selbst gehört und in Entscheidungen eingebunden werden.“

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